Die Herbarien Basels

In den botanischen Sammlungen am Departement für Umweltwissenschaften der Universität Basel lagern rund eine Million Herbarbelege, die auf die Sammlungs- und Forschungstätigkeit von Botanikern aus Basel bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen. Dazu gehören die historischen Herbarien von Caspar Bauhin (1560-1624), J.J. Hagenbach (1595-1649), und von Werner de Lachenal (1736-1800); das Herbarium des Botanischen Instituts, das Orchideenherbar von Jany Renz, und das Herbar der Basler Botanische Gesellschaft (BBG). Zum Teil sind diese Herbarien bereits digitalisiert und über das web frei zugänglich (www.herbarium.unibas.ch).

Seit dem Umbau des Botanischen Instituts an der Schönbeinstrasse 6 im Herbst 2016 sind die gesamten Herbar-Sammlungen in speziell dafür eingerichtete Räumlichkeiten in Bottmingen untergebracht.

Was ist ein Herbar

Ein Herbarium (kurz Herbar) ist eine oft über Jahrzehnte und Jahrhunderte entstandene Sammlung von gepressten und getrockneten, auf Papier aufgezogenen und etikettierten Pflanzen. Herbarien dienen der Beschreibung von Pflanzen und bilden die Grundlage für Klassifikation und Systematik. Sie dokumentieren die lokale und weltweite Artenvielfalt. Die moderne Biodiversitätsforschung nutzt heute die gesammelten Herbarbelege und die in diesen enthaltene DNA für ihre Untersuchungen. Mit modernen Methoden (z.B. Isotopenanalysen) lassen sich anhand von Herbarbelegen Klima- und Umweltveränderungen dokumentieren.

Zweck eines Herbars

Ein Herbarium erlaubt dem Botaniker, Pflanzen unterschiedlicher Herkünfte zu vergleichen und unsichere Bestimmungen zu überprüfen („Vergleichsherbar“) oder Vorkommen bestimmter Arten an ihren Wuchsorten nachzuweisen („Belegherbar“). Durch Auswertung älterer Herbarien lassen sich nicht selten Änderungen in der Häufigkeit oder Verschiebungen der Verbreitungsgebiete nachzeichnen. Das spätere (Neu-)Bestimmen einer Pflanze im Herbarium ist fast immer möglich; die räumlichen Strukturen bleiben nämlich beim Trocknen und Pressen erhalten. Farben können zwar ausbleichen oder sich verändern; jedoch bedient man sich gewisser „Faustregeln“ – so weiß man, dass gelbe Pflanzenteile nach dem Trocknen langsam schwarz werden.

Dr. Jurriaan de Vos
Kurator Herbarien Basel
Schönbeinstrasse 6, Büro 02.002
4056 Basel
Schweiz

Herbarien Datenbank

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